Die Netzwerker*innen vom Projektbüro Kulturelle Bildung

Wer hat hier voll den Durchblick? 2
Wer hat hier voll den Durchblick?   © Dörthe Gerhardt

Auf die Hospitation im Projektbüro Kulturelle Bildung habe ich mich ganz besonders gefreut! Ein Studienkollege sprach mit der allergrößten Hochachtung von dieser Enklave des Hessischen Kultusministeriums (es ist nicht in Wiesbaden, sondern im „fernen“ Frankfurt ansässig): „Aus Sicht des Hessischen Kultusministeriums sind das Freaks“. Ich finde, das klingt ausgesprochen vielversprechend. Mit meiner Kommilitonin Dörthe verabrede ich mich, um diese bildungspolitische Keimzelle der Kulturellen Bildung von innen aufzurollen.

DRINNEN erwartet uns ein aufgeräumter Thomas Langenfeld zuständig u.a. für das KulturSchul-Programm in Hessen sowie die KulturForscher Schulen und heute unser überaus engagierter und auskunftsfreudiger Mentor. Obwohl einiges an Arbeit auf uns wartet, nimmt Thomas Langenfeld sich Zeit, uns einen Überblick über das zu geben, was die sieben (oder acht?) Kulturbüro Mitarbeiter*innen so treiben:

Das Projektbüro Kulturelle Bildung ist Anlauf-, Beratungs-, und Koordinierungsstelle für hessische Schulen, die ein kulturelles Schulprofil bzw. kulturelle Schwerpunkte haben oder anstreben. Expert*innen aus 4 künstlerischen Sparten beraten und vernetzen, stellen Kontakte zu außerschulischen Kooperationspartnern her, begleiten einzelne Projekte, unterstützen ganze Programmreihen (TuSch, Schultheatertage, Response u.a.) und bieten Lehrerfortbildungen zur kreativen Unterrichtspraxis und Fachforen für die Lehrer*innen der hessischen KulturSchulen an. In der Fortbildung liegt auch der Ursprung des Projektbüros: entstanden ist es in den 80er Jahren aus dem sogenannten Kulturmobil, einer rollenden, spektakulär ausfahrbaren Theater- und Kunstwerkstatt, die Lehrerfortbildungen dort anbot, wo man sie brauchte: vor Ort. Dieses Nomadentum erklärt vermutlich auch den Standort Frankfurt und diese – ja – für Behörden geradezu „freakige“ Umtriebigkeit. Hier sind Ermöglicher*innen am Werk, die nah an der Praxis agieren und dort viel bewegen. Trotz dieser sinnvollen und effektiven Arbeit, sollte hier vor einiger Zeit der Rotstift angesetzt werden. Die Gelder waren mal wieder knapp und irgendwo muss ja gekürzt werden … Aber Kultusminister Alexander Lorz himself hat das verhindert. Er ist, so hört man immer wieder, ein Freund der Kulturellen Bildung 🙂

 

 

Genug geplaudert. Nach dem Mittagessen krempeln wir die Ärmel hoch: der morgige Bilanz- und Perspektivtag der KulturSchulen Hessens muss vorbereitet werden. Dörthe und ich kennen das Programm bereits, denn es besteht eine wissenschaftliche Kooperation zu unserer Uni in Marburg. Das Besondere an dem Programm ist, dass es primär nicht auf ein „Mehr“ an Kultureller Bildung abzielt noch auchschließlich auf ein „Anders“ etwa durch Projektkooperationen mit außerschulischen Kulturpartnern. Vielmehr geht es darum, Schule von grundauf zu durchwirken, die Schul- und Lernkultur zu verändern, etwa indem mit dem gesamten Lehrerkollegium ästhetische Zugangsweisen für alle Fächer entwickelt werden. Ein solcher Entwicklungsprozess erfordert regelmäßiges Innehalten und Nachdenken, die Vor- und Rückschau und auch den Austausch mit Partnern und Gleichgesinnten. Damit das morgen für alle Beiteiligten eine inspirierende Veranstaltung mit möglichst konstruktiven Ergebnissen wird, stellen wir sich ergänzende Arbeitsgruppen zusammen, gehen die Moderationsschwerpunkte für diese Gruppen durch, malen Plakate. Nach einer kurzweiligen Autofahrt nach Giessen machen wir uns an den Aufbau im Mathematikum zusammen mit dessen Gründer Prof. Albrecht Beutelspacher.

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Das Mathematikum in Giessen ist eine kleine, nein, eigentlich ziemlich große Wunderkammer und für mich ein Paradebeispiel dafür, wie man regeldominierte, verkopfte Disziplinen wie das „Horrorfach Mathematik“ (eine Googleanfrage ergab mehrere 100 Ergebnisse zu dem Stichwort) öffnen kann für spielerische, experimentelle und vor allem körperlich und sinnlich erfahrbare Zugänge. Und siehe da:

Für alle, die es noch nicht wussten

                                            Wenn ich das früher gewußt hätte!!!

Es ist diese Herangehens- und Denkweise, welche das KulturSchulprogramm initiieren will und für das es steht. Daher an dieser Stelle – stellvertretend für einen langweiligen Veranstaltungsbericht – lieber der Werbeblock für diesen wunderbaren Ort der Kulturellen Bildung:

© Mathematikum / Rolf K. Wegst

© Drei Kugelbilder: Dörthe Gerhardt

P.S. Ich selber habe übrigens an dem Bilanz- und Perspektivtag Dirk Johanns von der IGS Herder kennengelernt, mit dem ich inzwischen ein gemeinsames Projekt mache. Ja, SO geht Netzwerken 🙂

 

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